15 Mar

Leinenführigkeit

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Ziehen an der Leine / Leinenführigkeit

Das Ziehen an der Leine ist bei meinen Kunden ein immer wieder stark nachgefragtes Thema.
Bevor sich die meisten Menschen einen Hund kaufen, sind sie sich gar nicht darüber im klaren, dass man ihm wirklich alles erst beibringen muss, was für uns in unserem Alltag selbstverständlich ist.
Leinenführigkeit ist keinem Hund in die Wiege gelegt. Manche Menschen kaufen sich Hunde aus dem Tierheim und sind solchen Problemen nie ausgesetzt, weil die Vorbesitzer schon an der Leinenführigkeit gearbeitet haben.

Bei der Anschaffung des nächsten Hundes wundern sie sich dann, warum das Ziehen an der Leine so stark ausgeprägt ist. Viele Probleme legt uns natürlich auch das Verkaufspersonal in den Futtergeschäften in den Weg, die uns beim Thema Leinen-ziehen auf Haltis, Würgehalsbänder und co aufmerksam machen. Der ahnungslose Hundebesitzer kauft all diese Spielerchen und ist sich gar nicht darüber im Klaren, was er seinem Hund eigentlich antut. Starke Verletzungen im Nacken und Kehlbereich sind die Folge.

Einige Hunde beginnen sogar nun erst recht zu ziehen, da sie diesen Schmerzen zu entkommen versuchen. Die harmlosere Variante einer Leine ist die Abrollleine. Diese sieht man meistens bei kleineren, aber nicht weniger temperamentvollen Hunden.
Besonders Terrier-Rassen haben ein flottes Tempo und lassen sich von einer Leine nicht wirklich aufhalten. Abrolleinen haben den großen Nachteil, dass man dem Hund erst gar nicht beibringen kann, was eine vernünftige Leinenführigkeit bedeutet, da er permanent einen Zug am Hals verspürt.

Ich persönlich werde immer fürchterlich wütend, wenn ich sehe was alles auf den Markt kommt und wie extrem unsinnig diese Dinge für einen Hund sind. Was also brauche ich, wenn mein Hund an der Leine zieht?

Besorgen sie sich eine ganz normale, feste Leine. Zudem ein breite, weiches Lederhalsband und ein gut sitzendes Geschirr. Kontaktieren sie einen Hundetrainer der ihnen das genaue Timing für die Leinenführigkeit zeigt. Ich bin auch kein Freund vom „abrupten Richtungswechsel“.

Grundsätzlich muss ich meinem Hund beim spazieren gehen zeigen, dass er belohnt wird, wenn ich merke, dass er auf mich achtet. Dabei ist immer wieder zu betonen, dass die Aufmerksamkeit nicht auf dem Handy, sondern auf dem Hund sein sollte.
Fordern sie auch nicht von ihm, dass er stundenlang „bei Fuß“ läuft. Kein Hund wird das können. Auch ist das alles andere als angenehm für ihn. Was wir oftmals vergessen ist, dass wir als Menschen einfach entsetzlich langsam für unsere Hunde sind.

Auch ein kleiner Hund hat ein ganz anderes Tempo als unsere Schrittgeschwindigkeit. Üben sie daher in kurzen Intervallen und wenn möglich nicht gerade dann, wenn sie das Haus verlassen haben und er voller Energie ist. Lassen Sie ihn sich erst einmal auspowern und beginnen dann langsam das Training Eine reizarme Umgebung ist für den Anfang auch wichtig. In einem Park, wo sich viele Hunde bewegen kann ich kein Leinentraining beginnen.

Nun gibt es unterschiedliche Methoden bei denen ich aber sagen muss, dass ich das immer vom Typ Mensch abhängig mache. Sie können stoppen und weiterlaufen, sobald der Hund das gewünschte Verhalten zeigt. Diese Übungen muss man aber konsequent durchziehen, sonst werden sie keinen Erfolg erzielen.

Wenn ich sehe, dass die Besitzer zu ungeduldig sind, und diese Konsequenz nicht an den Tag legen können, muss ich eine andere Methode anwenden. Daher meine Empfehlung: Konsultieren sie einen Hundetrainer für das Leinentraining.