16 Mar

Urlaub mit Hund

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Urlaub mit Hund

Sobald man sich einen Hund angeschafft hat muss man sein Leben an vielen Fronten ändern. Ganz besonders sollte man sich Gedanken darüber machen wie man nun seine Urlaube verbringt.
Ein Urlaub mit Hund ist nicht immer ganz einfach. Folgende Gedanken sollte man sich machen:

- Sind mögliche Formalitäten notwendig?
- Kann ich in der Unterkunft einen Hund unterbringen?
- Ist mein Hund flugfest, bzw ausreichend positiv an die Hundebox gewöhnt?
- Brauche ich noch Impfungen?
- Gibt es im Notfall einen Tierarzt vor Ort?

Gerade im Mittelmeerraum gibt es unglaublich viele Straßenhunde. Das Problem in dieser Situation die hohen Infektionsgefahr, mögliche Aggressionen bei einer territorialen Verteidigung (Bissverletzungen) und der Abtransport sogenannter Straßenhunde in die städtischen Heime.
Sorgen bei einem Urlaub mit Hund unbedingt für eine vorherige Identifizierung ihres Hundes (Mikrochip). Reisen sie innerhalb der EU gibt es seit 2004 einheitliche Regelungen. Sie müssen sich bei ihrem Tierarzt einen EU-Heimtierausweis ausstellen lassen (Kosten ca. 15,-). In diesem wird seine Identität bestätigt und eine Tollwutimpfung bescheinigt.

Durch die permanenten Veränderungen der einzelnen Länder bezüglich der Einreisebestimmungen bei Haustieren, sollten sie sich rechtzeitig über die Bestimmungen ihres Urlaubsziels informieren.
Besonders wichtige sind auch die jeweiligen Regeln zum Maulkorbtragen einzelner Rassen. Ein Urlaub mit Hund sollte gut überlegt sein und vor allem bei längeren Strecken (Flugreisen) empfehle ich ein intensives Boxentraining. Ihr Hund muss dringend durch sehr intensive, positive Konditionierung an eine Hundebox gewöhnt werden.
Bringen sie ihren Hund nicht erst am Tag des Abflugs in die Situation, dass er seine neue Box plötzlich zum ersten Mal sieht.

Kastration – Ja oder nein?

Kastration ist ein ernstes Thema und sollte auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Immerhin entscheiden wir hier über die Unversehrtheit eines Individuums, welches durch einen massiven Eingriff wichtige Organe entnommen werden die es zur Regelung des Hormonhaushalts braucht. Kläre wir erst einmal, ob ein solcher Eingriff überhaupt notwendig ist, oder nicht. Gibt es Unterschiede im Verhalten von Rüden oder Weibchen?

Die größte Lüge von allen, oder der vorherrschende Irrtum ist, dass mit einer Kastration eine Wesensveränderung einhergeht. Die Hunde werden anscheinend dick und ruhiger. Aggressive Rüden vertragen sich plötzlich mit ihren Artgenossen...

All das sind Ammenmärchen!!! Es gibt keinerlei wissenschaftliche Nachweise, dass ein Hund plötzlich verträglicher oder ruhiger wird. Das einzige, was sich tatsächlich etwas ändern kann (aber nicht muss) ist, dass die Hunde plötzlich besser ihre Nahrung verbrennen und daher zwangsläufig mehr fressen. Was man aber durch strikte Futterrationierung sicherlich kontrollieren kann.
Auch gibt es Änderungen im Sexualverhalten. Man kann belegen, dass Rüden, die vorher kaum Interesse an ihren Artgenossinen hatten, nach einer Kastration noch reduzierteres Verhalten zeigten.
Rüden hingegen, die einen starken sexuellen Trieb zeigten, hatten kaum eine Minderung nach dem Eingriff. Alle anderen Verhaltensauffälligkeiten, wie Territoriale Aggression, Angstphobie oder allgemeine Unverträglichkeit mit Artgenossen werden sich nach einer Operation nicht ändern.
Bei den Angstzuständen kann sogar noch das Gegenteil eintreten, da das Hormon Testosteron wegfällt, das den Hunden noch eine gehörige Portion Selbstbewußtsein gegeben hat.
Also welche Gründe gibt es tatsächlich für eine Kastration?

• Alle medizinischen Indikationen (Gebärmuttervereiterung, Erkrankung der Geschlechtsorgane
• Populationsverhinderung (z.B. in Tierheimen oder Auffangstationen)
• Fortpflanzung verhindern

Alle andern Gründe sind schlicht weg schlecht informiert oder der Tipp eines Tierarztes, der aus fragwürdigen Gründen handelt. Selbst einem Hund mit stark ausgeprägten Sexualtrieb, kann man mit einer alternativen hormonellen Behandlung zuvorkommen.
Bei den bereits aufgeführten Verhaltensproblemen muss man immer einen Trainer konsultieren, da keine Operation der Welt aus einem aggressiven Rüden plötzlich einen willenlosen Schoßhund macht. Die Gründe dieser Muster liegen entweder im Fehlverhaltens der Besitzer oder entstehen durch schlechte Umwelterfahrungen mit anderen Hunden. Doch um es noch einmal zu verdeutlichen: Keine Operation wird ihnen dabei helfen!!!

Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation?

Bei der Kastration einer Hündin genügt es meistens die Ovarien (Eileiter) zu entfernen, der Uterus kann belassen werden. Meist wird dieser aber aus Prophylaxegründen ebenfalls entfernt. Dazu später mehr...

Sterilisation einer Hündin:
Die Eileiter werden durchtrennt. Das bedeutet, dass die Hündin weiterhin einen Sexualzyklus hat, ihre Läufigkeit funktioniert auch nach dem Eingriff, da die Hormonproduktion noch intakt ist. Besonders möchte ich in diesem Zusammenhang auch vor der Frühkastration warnen. Viele beachten diesen Akt als „Reaparturakt“ um bestimmte Verhaltensweisen von vorne herein zu verhindern. Nichts dergleichen ist jedoch bewiesen und führende Verhaltensforscher werden diese Schlußfolgerung auch nicht unterstützen.
Leider bleibt dieser Entschluss letztlich immer den Besitzern überlassen und trotz guter Beratungen lassen sich die meisten Halter noch immer von den gängigen Meinungen der Öffentlichkeit leiten. Beachten Sie aber immer, dass sie die Tiere um ihre wichtigen Hormone beschneiden, die diese für ein gesundes Leben brauchen. Wir wissen alle, wie stark Menschen in ihrem alltäglichen Leben beeinflusst sind, wenn der Hormonhaushalt gestört ist.

Wenn ja, wann?
Sollten Sie sich jedoch tatsächlich für eine Kastration entscheiden, warten Sie ab, bis die erste Hitze der Hündin vorüber ist, bzw bis nach der vollendeten Geschlechtsreife des Rüden. Mit zu beachten wäre hierbei die unterschiedliche Entwicklung der Rassen. Große Hunderassen brauchen bis zu 3 Jahre um erwachsen zu werden, kleinere sind es bereits nach 12 Monaten.

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