Welpenschutz

Lassen wir mal all die Vorurteile und Märchen außer acht die man täglich von der Nachbarin hört. Was ist Welpenschutz? 

Oft rufen mich Hundebesitzer an, die gerne für ihren 5 Monate alten „Welpen“ ein Welpentraining beginnen würden.

Dann werde ich gefragt:“ In der Gruppe kann ihm doch nichts passieren, oder? Er hat doch noch Wepenschutz!“

Gehen wir die ganze Sache mal biologisch an: Laut der führende Verhaltensforscher ist die Welpenphase ab der 12. Bis 14. Woche schon vorbei. Doch woher kommt dieses romantische Denken eines behüteten Welpen, der sich alles erlauben darf?

Schaut man sich frei lebende Hunderudel genau an, wird man erkennen, dass die Mutter die kleinen Welpen in den ersten Wochen von dem Rest des Rudels komplett abschirmt. Sollte sie sogar einen ihrer Jungen als nicht lebensfähig genug ansehen, wird dieser recht schnell totgebissen. Ab der 8. Woche beginnen die Welpen anschließend sich langsam dem Rest des Rudels zu nähern und dort haben sie tatsächlich eine relativ hohe Narrenfreiheit. Trotz allem werden sie mehr oder weniger stark in ihre Schranken gewiesen. Auch muss man hier deutlich betonen, dass die Sterberate bei jungen Welpen durch Rudelmitglieder die häufigste Todesursache ist.

Ob sie einem gewissen Welpenschutz unterliegen, ist einzig und allein durch die Mutter gegeben. Einen „magischen Zauber“ gibt es nicht, der die Kleinen, süßen Hunde beschützt. Nur möchten wir das natürlich nicht wahr haben. Wir hätten es so gerne, dass sich alle gut miteinander verstehen und jeder erwachsene Hund die neuen, kleinen Welpen achtet und respektiert.

Aber das natürliche Hundeverhalten sieht leider einen ganz anderen Wesenszug vor. Laufen sie mit ihrem Welpen nun durch einen Park oder ein Waldgebiet und werden von einem großen Hund angegriffen, so sind alle Seiten natürlich entsetzt. Aber was ist hier genau passiert?

Da die meisten Menschen beim Spaziergang auf ihr Handy schauen, oder sich mit andere Leuten unterhalten, werden sie nicht erkennen können, dass ihr Hund dem Welpen schon von weiten klare Zeichen einer Warnung gibt.

Er bleibt plötzlich stehen, macht sich steif, hebt die Rufe, starrt den Kleinen gerade heraus an... Da dieser aber noch nicht über die „Etikette“ der Verhaltensregeln zwischen Hunden vertraut ist, wird er diesen Drohungen keinerlei Beachtung schenken. Genauso wenig, wie die Besitzer des großen Hundes. Sie haben ganz klar den Moment verpasst, in dem sie ihren Hund noch hätten zurück rufen können. Nun geschieht der Angriff und jeder ist entsetzt und schreit rum.

So traurig es ist, das Verhalten war absolut artgerecht...  

Infos

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