Trennungsangst

Eine leider häufiges und auch sehr schwierig zu behebendes Problem, bei einigen Hunden. Doch woher kommt diese Angst?  

Für uns Hundetrainer ist es insofern auch schwierig, als dass die Hintergründe dieser Verhaltensprobleme nicht klar erkannt sind.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ansätze, die aber auch nicht auf jeden Hund zutreffen. Trennungsangst tritt vor allem bei Tieren auf, die Brutpflege betreiben. Es dient dazu, dass die Mutter, als auch das Junggeborene sich nicht zu weit von dem Brutplatz weg bewegen. Bei beiden löst diese Trennungsangst enormen Stress aus. Was die Welpen in der Natur natürlich auch dafür schützt, sich nicht zu weit von ihrem Bau zu entfernen.

Geht man nun davon aus, dass Hunde grundsätzlich dazu neigen, ein sehr infantiles Verhalten ein Leben lang zu behalten, ist dieser bleibenden Trennungsangst nichts außergewöhnliches. Insbesondere wenn man sich anschaut, wie stark manche Menschen ihre Tiere an sich binden.

Nun werden sie aber sagen, dass ihr Hund sehr dominant und temperamentvoll ist und wirklich nichts von einem infantilen Verhalten zeigt. Bei dieser Situation gibt es einen genau umgekehrten Ansatz in der Verhaltensforschung. Nicht ihr Hund zeigt das schutzsuchende Verhalten, sondern ER ist derjenige, der SIE beschützen will. Gerade dominante Hunde behalten sich das Recht vor ihr Rudel immer beisammen zu halten.

Wie auch immer, es wird ihnen nicht wirklich weiterhelfen, auch wenn sich die Ursache der Trennungsangst offenbart. Grundsätzlich sollten sie darüber nachdenken, wie lange ihr Hund alleine bleiben muss. Auch das Timing des Trainings muss stimmen.

Vor der 16. Woche würde ich nicht beginnen und wenn, dann nur sehr, sehr langsam. Sollte ihr Hund aber grundsätzlich mehr als 6 Std. alleine bleiben müssen, sage ich ihnen ganz klar, dass dieses Tier nicht das richtige für sie ist. Einen Hund alleine zu lassen, sollte wirklich nur dann angewandt werden, wenn es sich um alltägliche, kurze Situationen handelt. Z.B. zum Supermarkt gehen, abends ins Kino oder bei einem Arztbesuch.

Haben sie einen Job, der sie 8 Stunden im Büro sitzen lässt und ihren Hund dementsprechend alleine in der Wohnung lassen wollen, werden sie ihr Tier unendlich unglücklich machen.

Eine Grundregel ist dennoch: Üben sie in wirklich kleinen Schritten. Bewegen sie sich in der Wohnung frei herum und benutzen sie auch ab und zu die Zimmertüren für ihr Training. Ihr Hund muss irgendwann regelrecht gelangweilt von ihnen sein, weil sei so viel hin und herlaufen. Vor allem: Erwidern sie seine Begrüßung nicht sofort. Lassen sie sich kurz Zeit. Kommen sie zur Ruhe. Hat er sich ebenfalls beruhigt, schenken sie ihm Aufmerksamkeit.

Hat ihr Hund allerdings schon ein massives Problem, empfehle ich Ihnen dringend einen Hundetrainer zu engagieren. Andernfalls riskieren sie nur die Gefahr, dass sich sein Verhalten noch mehr verschlechtert.

Infos

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